Sample Set mit authentischen Orgelklängen

In der Renaissance und im Barock wurden Pfeifen vokal intoniert, weil man den Chorklängen nahe bleiben wollte. Mit zunehmendem Alter gewinnen Pfeifen an Klangschönheit, die sich in den Pfeifen dieser Schnitger-Wilde-Orgel bemerkenswert gut erhalten. Aus Geldmangel wurden die Pfeifen nie an die Anforderungen einer späteren Zeit angepasst. Diese besondere Klangschönheit wird in den DRY-Samples hervorragend eingefangen.

Es gibt kein Sampleset mit einer besseren Darstellung des authentischen Orgelklangs.

Jeder Ton beginnt mit einem charakteristischen Akzent und baut sich dann zu einem Klang mit der schönen Resonanz auf. Dies ist in den Samples optimal festgehalten, aber erst nach Intonation der Samples im Wohnzimmer hörbar. Aufgrund der geringeren Lautstärke werden diese subtilen Klänge zu schwach wiedergegeben. Die Intonation ist in meinem Buch über diese Orgel (demnächst) beschrieben. Das Ergebnis sind lebendige Klänge mit großer Ausdruckskraft.

Ich kenne die Orgel von meinen eigenen Auftritten in Lüdingworth. Nachdem ich nun die Samples in meinem Wohnzimmer intoniert habe, sind die Klänge vollkommen identisch mit denen der Kirche. Es ist das beste Sample-Set, um Klänge aus der Renaissance-Barock-Zeit im Wohnzimmer zu reproduzieren.
Es ist eine Freude, diese Orgel zu spielen und jeder ist herzlich eingeladen, es selbst zu erleben.

Die Kirche hat nur einen kurzen Nachhall; 2 Sekunden. Es spricht nichts dagegen, eine der Impulse Response-Aufnahmen für eine breitere Akustik zu verwenden. Die Akustik der Martinikerk in Groningen eignet sich besonders gut für den Einsatz mit dieser Orgel. An meiner Orgel kann ich mit dem linken Pedal die gewünschte Nachhallzeit wählen.                                                         
                                                                                           Siehe Sonus Paradisi

Schnitger - Wilde Orgel  Lüdingworth

Die Region Hadeln, das Gebiet östlich von Cuxhaven, wurde manchmal als Bauernrepublik bezeichnet. Die herrschende Klasse der freien Bauern hatte eine Form von Selbstverwaltung gebildet, unabhängige vom Landherrn. Das Selbstbewusstsein, der Reichtum und der Stolz der Bauern spiegelt sich in schönen Kirchengebäuden in Altenbruch, Otterndorf und Lüdingworth wider. Sie nannten es Bauerndom. Um 1600 gehörte das Gebiet zum Umland von Groningen, wo auch in Noordbroek ein Bauerndom errichtet wurde. Die Region wird immer noch Altes Land genannt, kein deutscher Name, sondern eine Verfälschung des Grüninger aole land.

Die St. Jacobi-Kirche in Lüdingworth zeigt einen reich verzierten Innenraum. Betritt man das langgestreckte Kirchenschiff, das durch eine flache Decke abgeschlossen ist, und den Blick auf den gewölbten dreischiffigen Chor, wird der Besucher von ungeahnter Pracht überwältigt. Zahlreiche Artefakte aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock machen einen großen Eindruck. Die Gemeinde Lüdingworth konnte eine kostbare Orgel bauen lassen. Antonius Wilde aus Otterndorf baute 1598 eine Orgel mit einem Oberwerk und einem Brustwerk mit schönen Vokalklängen, die gut in die reiche Chortradition der Region passen.

1682 erhielt Arp Schnitger den Auftrag, die Orgel mit einem Rückpositiv zu erweitern. Er machte das Gehäuse ähnlich wie Wildes Oberwerk. Das Pfeifenwerk von Antonius Wilde blieb unveränderter Bestandteil der Orgel und Schnitger intonierte seine Pfeifen aus dem Rückpositiv im Stil der Pfeifen von Wilde. In der Orgel erklingen noch die über 400 Jahre alten Pfeifen des Oberwerks und des Brustpositivs. Die Alterung des Metalls verleiht den Pfeifen eine besondere Resonanz mit großer Klangschönheit. Orgelwerke aus Renaissance und Barock klingen wunderbar auf dieser Orgel.

Die Kunst des Orgelbaus

Orgeln gab es schon in früheren Jahrhunderten, aber erst im 10. oder 11. Jahrhundert gab es ein ernsthaftes Musikinstrument. Da viele Faktoren die Tonbildung in einer Orgelpfeife beeinflussen, suchten Orgelbauer seit langem nach einer Pfeifenform, deren gegenseitige Proportionen so waren, dass sie den charakteristischsten Orgelklang erzeugten. Ausreichende Tragfähigkeit und eine gesangreiche Klarheit sind zwei Qualitäten, die in guten Proportionen vorhanden sein müssen. Maßstab war die menschliche Stimme, ein Vokalklang, bei dem der Grundton eine mäßige Tragfähigkeit besitzt und die Obertöne einen Formanten bilden. Ein Formant ist eine Färbung durch eine Gruppe von Obertönen, die pro Tonhöhe gleich bleibt, wie ein Vokal, der unabhängig von der Tonhöhe erkennbar bleibt.

In der Renaissance erfüllten die Töne einer Orgel die Anforderungen und inspirierten Jan Pieterszoon Sweelinck und Michael Praetorius zu ihrer Musik. Die Orgelbauer hatten die Klänge gut im Ohr, bemerkten aber kleine Abweichungen bei der Intonation, die dem Ton eine angenehme Nuance verliehen. Sie haben den Unterschied nicht korrigiert, weil es sehr süß klang. Die Töne der Pfeifen mussten also drei Eigenschaften erfüllen: Tragfähigkeit - Farbbrillanz - Süße. Johann Adam Reincken und Johann Sebastian Bach komponierten mit diesen Tönen.

                                         Zwischen 1600 und 1700 erreichte die Orgelbaukunst ihren Höhepunkt

Diese hohe Klangschönheit ist noch heute vortrefflich in der Orgel zu hören, die Antonius Wilde 1598 für die St. Jacobi-Kirche in Lüdingworth baute. Es wurde 1682 von Arp Schnitger um ein Positiv erweitert. Er hielt die Klänge von Wildes Pfeifen für hochklassig und intonierte seine Pfeifen im gleichen Stil aus. Es war das goldene Zeitalter der Orgelbaukunst

Diese Kunst nahm allmählich ab, als die Dramatik des Barocks zum viel unbeschwerter Stil des Rokoko überging. Die Orgel hat weniger Persönlichkeit. Der Romantik folgte und ließ die Pfeifen auf einem höheren Winddruck arbeiten, so dass die Raffinesse der Klänge verloren ging. Nach und nach wurde das Handwerk des Orgelbauers auf Fabrikarbeit reduziert, in der Teile von mäßiger Qualität miteinander verbunden wurden. Da die Orgelbaukunst verloren gegangen war, musste sie wiederentdeckt werden. Dies war nur möglich, indem man sich an den barocken Orgeln orientierte, die den ursprünglichen Stil beibehalten hatten.

Lüdingworth ist ein kleines Dorf, in dem es in späteren Jahrhunderten kein Geld gab, um die Orgel neuen Ideen anzupassen. Nach 400 Jahren klingen die Originalpfeifen immer noch unverändert. Für Orgelkenner wie Cor Edskes und Jürgen Ahrend war das Ausgangsmaterial für die Wiederentdeckung der Orgelbaukunst.   
                                                       Lüdingworth besitzt eine wertvolle Orgel von grandioser Klangschönheit

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Neues Buch    Schnitger - Wilde Orgel

Die Klänge sind in hochwertigen Samples korrekt gespeichert und lassen die historischen Klänge der Kirche in meinem Wohnzimmer exakt gleich klingen.

Da die Klänge die Lautstärke der Kirche haben, muss die Lautstärke auf ein für das Wohnzimmer angemessenes Niveau abgesenkt werden. Diese Absenkung hat nicht bei allen Klängen die gleiche Wirkung. Dies muss durch Intonation wiederhergestellt werden. Für diese wichtige Anpassung habe ich eine Methode gefunden, die von jedem Organisten leicht angewendet werden kann. Es ist in meinem Buch ausführlich beschrieben und mit über 100 hochauflösenden Fotos illustriert.

Der Versand des Buches erfolgt kostenlos, wenn der Antragsteller die E-Mail-Adresse und die vollständige Postanschrift in der E-Mail angibt. Ich möchte gerne wissen, wer interessiert ist.
Über einen Ergebnisbericht würde ich mich sehr freuen.

                                                                        mail nach: John Boersma

Orgel mit drei Manualen

Die Orgel hat 35 Register, verteilt auf drei Manuale und Pedal. Das Besondere an der Orgel ist die asymmetrische Größe der beiden Pedaltürme aufgrund der ungleichen Höhe der Kirchendecke. Das Oberwerk bietet ein volles Plenum, basierend auf einer 16 Fuß Quintadena. Die Trommet 8 hat den charakteristischen norddeutschen Klang. Die Pfeifen des Zimmels sind im Stil von Schnitger aus Quarten und Sexten zusammengesetzt, die eine unharmonische Obertonfolge erzeugen, als ob Glocken läuten würden. Der Zimmel ist nicht als Plenum gedacht, sondern als Soloregister für schnelle Solopassagen.

Das Rückpositiv hat ein weniger umfangreiches Plenum, bietet aber die Möglichkeit, es zu färben, indem man anstelle des Mixtur einen Terz-Klang aus dem Sexquialter und/oder dem Tertian wählt. Der volle Klang des Rückpositivs wird von einem melodiösen Dulcian 16 gekrönt.

Das Pedal ist ein völlig eigenständiges Werk und bildet mit seiner 16' Posaune und einer 8' Trompete ein solides Fundament für den Orgelklang. Für Pedalsoli wurde die Zunge Cornet 2 verwendet. Das typische Renaissance-Brustwerk wird basiert auf einer Zunge: Regal 8'. Der dünne Klang kann mit einem Gedacht 8' verstärkt werden, das dem Sample-Set hinzugefügt wird. Somit bietet das Sampleset 36 Register. Darüber hinaus gibt es zwei Nebenregister: ein Zimbelstern und ein Vogelgesang (Rossignol), die für die Alte Musik unverzichtbar sind.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde an der Orgel nichts verändert. Der Reichtum der Bauern war verschwunden und es fehlte das Geld, um die Orgel modernen Vorstellungen anzupassen. Jürgen Ahrend entdeckte, dass es eine Quelle war, das alte Handwerk wiederzuentdecken. Er restaurierte die vernachlässigte Orgel im Renaissance-Barock-Stil.
                                      
                                                      Diese Orgel ist
die schönsten Orgel des norddeutschen Renaissance-Barock