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Die Bach-Orgel von Arnstadt

Mit 18 Jahren bekam Johann Sebastian Bach seine erste Anstellung als Organist an der Neuen Kirche in Arnstadt. Der Weimarer Kirchenrat hatte den begabten jungen Musiker nach Arnstadt entsandt, und der Kirchenvorstand bot ihm, erfreut über seine Begabung, sofort die Organistenstelle an. Dieses Amt bekleidete er von 1703 bis 1707. Unter seiner Beratung baute Johann Friedrich Wender 1703 eine neue Orgel. Ein großer Teil der aktuellen Pfeifen aus dem Plenum ist gut erhalten und ist das Beispiel für die Intonation von Pfeifen nach Bachs Vorliebe.

Als ich kurz nach dem Mauerfall 1990 die Orgel kennenlernte und die sieben Originalregister spielte, war ich überrascht von der intensiven Ansprache und der singenden Klänge. Mindestens vierzehn große Werke sind hier entstanden, und es gibt keine bessere Orgel, um diese Werke von Bach zu studieren und gleichzeitig die lebendige Virtuosität des jungen Bach zu erleben. Die markanten Klangeigenschaften sind detailliert in den Samples hinterlegt und in meinem Zimmer höre ich nun die Orgel, die ich Arnstadt kennengelernt habe.

Oberwerk und Positiv (Brustarbeit) sind in einem Gedhäuse untergebracht. Das Oberwerk bietet nicht weniger als 6 Acht-Fuß-Register, ein funkelndes Prinzipal 8', eine tiefe Quinte (ohne begleitendes 16'-Register!), Oktave 4, Mixture, Cymbel und Trompet. Das Positiv (Brustwerk) bietet insgesamt 7 Register. Obwohl die Orgel wenige Aliquots bietet, gibt es viele Möglichkeiten, den Klang mit einer großen Farbpalette in den verschiedenen Grundregistern von breiten, normalen und schmalen Mensuren zu färben. Das Pedal ist auf 4 Register beschränkt, darunter ein Solo-Zungen Cornet 2'.
1935 wurde die Neue Kirche anlässlich des 250. Geburtstages des berühmten Musikers in Johann-Sebastian-Bach-Kirche umbenannt.

Orgelbau Otto Hoffmann in Ostheim fertigte 1999 in einer detailgetreuen Rekonstruktion der Wender-Orgel die Windladen, die Mechanik und den gesamten weiteren Innenausbau an. Hoffmanns Werk wurde nach der ursprünglichen Vereinbarung der Kirche mit Wender von 1699 aufgeführt. Einige fehlende Register wurden nach zeitgenössischen Vorbildern rekonstruiert; Posaune und Trompete an Lahm (Herbst, 1728), Kornett an Abbenrode (Contius, 1708).
In der Werkstatt von Orgelbau Hoffmann habe ich gelernt Metallpfeifen zu herstellen.

Oberwerk
Principal             8' 
Viol de gamb      8'
Quintadena        8'
Grob Gedakt       8'
Gemshorn          8'
Quinta              6'
Octava              4'
Mixtur
Cimbel
Trompet             8'
Brustpositiv
Still Gedakt        8'
Principal            4'
Spitz flöte         4'
Nachthorn         4'
Quinte              3'
Nachthoorn       4'
Sexquialtera
Mixtur  
Pedal
Sub Bass          16'
Principal Bass     8'
Posaunen Bass  16'
Cornet Bass       2'