
Klang und Akustik
Die letztere Seite dieser Homepage – Klang und Akustik – ist an der unlösbaren Beziehung zwischen Klang und Akustik gewidmet. Wie diese Beziehung passt beim Hausorgelklang werden wir hier sehen. Beim Drücken einer Taste entsteht einen Ton zwischen Kernspalt und Labium. Der Ton resoniert im Korpus der Pfeife; sie wird davon verstärkt aber auch gefärbt, da nicht alle Obertöne in gleichem Maße verstärkt werden. So entsteht den Klang, welche die umgebende Luft im Orgelgehäuse in Bewegung bringt und anschließend die Luft außen. Sie verursacht eine wellende Bewegung – wie ein Stein im Wasser – mit einer von der Tonhöhe abhängige Wellenlänge. Für niedrigen Töne bedeutend es das den Raum für diesen Wellenlänge reichen sollte. Widerhall gegen Wände ist ein Teil des Prozesses; dämpfend Faktoren wie Gardine oder Fußbodenbelag betreiben dabei eine nachteilige Wirkung. Dieses Phänomen heißt Akustik, sie ist ein wichtiger Aspekt bei der Klangbildung.
Ohne Akustik keine musikalische Pracht
Hausorgel
Gewöhnlich werde eine Hausorgel nicht ein einer idealen akustischen Umgebung stehen. Es beschränkt die Wahl der für eine Hausorgel geeigneten Register. Der Raum für die Entwicklung der 16‘ Subbasstöne reicht nicht. Eine Beschränkung der niedrigen Töne enthält auch eine Beschränkung der hohen Töne, da die Klänge immer in Gleichgewicht sein sollten. Eine Mixtur, Zimbel oder eine hohe Aliquotstimme (1 3/5 - 1 1/3) geben Klarheit an dem Gesamtklang, aber brauchen eine guter Akustik, sonst wird der Klang grell und aufdringlich. Bei meiner Orgel im Wohnzimmer war eine Zweifuß Octave der Grenze; eine Quint 1 1/3’ war akustisch nicht zu ertragen. Eine andere Hausorgel in meine kleine Arbeitszimmer war eine Nasard 2 2/3‘ der Höchstgrenze. Hinzufügung einer Terz 1 3/5‘ damit eine Sesquialterklang entstehen könnte war nicht möglich und eigentlich war ein Zweifuß schon zuviel.
Registerwahl
Eine Orgel ohne Prinzipal ist keine Orgel und also habe ich in beiden Orgeln das wichtigste Register, der Prinzipal 8' disponiert, dabei die größten Pfeifen als Gedacktpfeifen gebaut. Mit dem Bau von zehn Hausorgeln hatte ich erfahren, dass ein Diskantprinzipal gut erklingt im Wohnzimmer. Auch die Töne von c0 bis h0 sind im beschränkten Raum noch zu intonieren. Die Großoktave ist eigentlich zuviel, nicht nur wegen der Abmessungen der Pfeifen als auch wegen des Klangs, es sei denn, wenn die Orgel in einem sehr großen Raum gestellt wird und den Klang nicht von Gardinen oder Fußbodenbelag gehindert wird. Wenn es Platzmangel gibt, sollte man auf jeden Fall ein Prinzipal Vierfuß disponieren.
Hohlpfeife 8'
Ein Register, dass immer da ist, sowohl in Haus- als in Kirchenorgeln, ist die Hohlpfeife 8‘ (Gedackt 8‘). Das Register hat wenige Obertöne, was den Klang rund macht, gut anschließend bei einem Frauenchor. Die Hohlpfeife 8‘ ist eine schöne Gegenstimme gegenüber der Prinzipal 8‘. Die zwei Register Prinzipal und Hohlpfeife bilden die ideale Kombination für eine Hausorgel, auch wenn der Prinzipal, wegen des beschränkten Raums in der Vierfußlage disponiert würde. Die Hohlpfeife hat einen runden Klang, sie ist sehr gut mit Holzpfeifen her zu stellen, aber der Prinzipal muss obertonreich sein und das ist ausschließlich mit Metallpfeifen zu erreichen. Obertonreich bedeutet mehr als nur viele Obertöne haben, die Obertöne sollten auch ein Formant bilden. An dieser Stelle geht es zu weit eine Erläuterung über Formantbildung zu schreiben, betrachte es mal als eine Färbung des Klangs. Wenn der Prinzipalklang diese Färbung nicht hat, dann fehlt den obengenannten Faktor ‚Poesie‘.
Viele Jahre habe ich experimentiert mit den hölzernen Pfeifen der Orgel in der Silbernen Kapelle in Innsbruck. Der Klang hat eine gewissen Charme, aber obwohl ‚Prinzipal‘ auf dem Registerschild steht, erklingt doch keinen Prinzipalklang. Die Obertöne sind nicht in der Lage ein Formant zu bilden.
Amateurbauer sind nicht leicht zu überzeugen, dass die Herstellung der Metallpfeifen einfach ist. Wer es trotzdem doch getraut hat, war überrascht von dem schönen Prinzipalklang den man als geschenkt dazu bekam. Wer unbedingt nur Holzpfeifen bauen möchte, finden in meinem Buch „Hausorgelbau in Bildern“ einige Register, die mit hölzernen Pfeifen her zu stellen sind. Beim Entwurf habe ich auf zureichender Obertonbildung geachtet, so viel als mit Holzpfeifen zu erreichen ist. So könnte man eine Orgel bauen, dass optimal funktioniert mit der Akustik des Wohnzimmers.
Für das zweite Register neben die Hohlpfeife wählt ein Amateur oft eine (Rohr)flöte. Natürlich ist der Klang brauchbar, aber da es sich kaum unterscheidet von der Hohlpfeife gibt es bessere Klänge zum Ausnutzen des beschränkten Raums einer Hausorgel. Ein Vierfuß Flötenklang gibt nur eine Verstärkung des Achtfußklangs. Neben dem runden Klang der Hohlpfeife ist es klug ein obertonreiches Register zu wählen. Eine Quintade 4‘ oder ein Gemshorn 4‘ ist immer besser als eine Flöte, aber die beste Wahl bleibt der Prinzipal 4‘. In allen Registern haben Metallpfeifen den Vorzug. Nur Metallpfeifen sind wirklich zu intonieren, bei Holzpfeifen ist der Klang schon beim Bau einbegriffen. Was man hier intonieren nennt, ist nicht mehr als Baufehler korrigieren. Das Intonieren von Metallpfeifen kann den Klangcharakter, wenn gewünscht, noch stark beeinflussen. Hier kann ein Fachmann eine Pfeife sehr verfeinert zum Optimum führen.


Eine Hohlpfeife ist am besten mit Holzpfeifen her zu stellen, aber für einen Prinzipal hat Orgelmetall den Vorzug. Die Herstellung wird im diesem Buch ausführlich beschrieben und gezeichnet. Da es jedoch Orgelbauer gibt die unbedingt nur Holzpfeifen herstellen möchten, wird eine Bauweise für Holzprinzipale beschrieben, die zu den obertonreichen Klängen führen. Der Klang eine Holzprinzipal ist nicht gleichrangig an einem Metallprinzipal, aber mit den hier beschriebene Bauweise wird doch eine außergewöhnliche klare Klang erhalten, dass es die beste Wahl bleibt für einen schönen Hausorgelklang. Die Orgel habe ich schon 30 Jahre her gebaut und seitdem hat niemand eine Orgel bauen können, die einen besseren obertonreichen Klang mit Holzpfeifen erreichen könnte.
Oft werden für Hausorgelregister enger Mensuren gewählt als für Kirchenorgeln, leider geht dann den gezielten Klang verloren. Falls die Mensur des Prinzipals einer Kirchenorgel verengt wird, entsteht den Klang einer Viola. Tut man so etwas für eine Hausorgel dann werde auch hier nur einen Violaklang entstehen. Wer ein Prinzipal in seiner Hausorgel möchte, sollte unbedingt Kirchenorgelmensuren anwenden. Die zu große Lautheit wird zu Hause viel freundlicher wegen des niedrigen Winddrucks und den dazugehörigen niedriger Aufschnitt. Pass auf! Verwende keine Kirchenorgelpfeifen; nicht allein ist der Aufschnitt zu hoch, aber auch andere Eigenschaften machen sie zu grob für eine Hausorgel.

Akustik verbessern
Es ist möglich Mikrofone in einer Pfeifenorgel ein zu bauen und diese an einem Faltungshallgerät an zu schließen. Verschiedene Kirchen sind auf dieser Art und Weise von ihrer schlechten Akustik befreit. Vielleicht war es ein Fehler des Architekten oder hat der Orgelbauer nicht die richtige Stelle für die Orgel gewählt? Die digitale Lösung hat auch der Vorteil, dass gegensätzlich Anforderungen an der Akustik, nämlich sollte es ideal sein für die Musik oder für die Sprache, jetzt beiden zu realisieren sind.
Johannus Orgelbau in Ede (NLD) hat schon viel Erfahrung gemacht mit der Anwendung dieser Technik.
Dieselbe Akustikverbesserung ist auch möglich für eine Hausorgel. Jetzt wird noch eine praktische Lösung gesucht, da die neue Technik noch nicht 'custom made' zu liefern ist.
Viele Faktoren beeinflussen das Musizieren und wenn nur einer davon artifiziell oder mangelhaft erklingt, ist das Instrument nicht akzeptabel. Es bedeutet nicht, dass es technisch perfekt sein sollte. Einen Flötisten bläst nie ein ständiger Luftstrom, den kleinen unvermeidlichen Variationen im Klang machen sie menschlicher, eine menschliche Emotion wird zum Ausdruck gebracht. Das Anblassgeräusch einer Pfeife liefert ebenfalls kein ständiger Ton. Sie ist vom Intonateur beeinflusst; er hat eine musikalische Expression angestrebt und gewisse Unvollkommenheiten zu gelassen. Der Intonateur hat den Klang mit alle dazugehörigen Eigenschaften in einer Pfeife festgelegt und so wirkt diese Pfeife wie ein Speicher. Eine digitale Orgel hat auch Speicher mit festgelegten Klängen. Der Unterschied zwischen eine Pfeife und ein digitaler Speicher ist der emotionelle Wert der festgelegten Klänge. Wenn sie musikalische dasselbe bieten, gibt es kein Unterschied.
Akzeptation der digitale Orgel
In große Kirchen stehen Pfeifenorgeln mit drei oder vier Klaviaturen, die 50 bis 60 Register bedienen. Manchmal sind diese Orgeln für lange Zeit nicht spielbar wegen einer notwendigen Renovierung. Es hat kein Zweck dieser Zeit mit einem kleinen Orgelpositivs zu überbrücken. Die Kirche mietet dann eine große digitale Orgel, die sehr gut in der Lage ist die Kirche mit ihren Klängen zu füllen. So bald die renovierten Orgel zurück war, konnte dann die digitale Orgel zurückgegeben worden. Ehemals wurde es auch getan, aber oft kauft man heute die Digitalorgel, weil sie sehr gut neben die Pfeifenorgel existieren könnte. Besonders in England ist die Digitalorgel ein akzeptiertes Musikinstrument.
Als Hausorgel ist eine Digitalorgel von unschätzbarem Wert, wegen seiner guten Akustik des simulierten Raums. Oben habe ich die Beschränkungen einer Hausorgel im kleinen Raum beschrieben. Eine Digitalorgel gibt mit seinem simulierten Raum denselben Klangmöglichkeiten wie einer Kirche. Tiefe Bässe erklingen neben klare Mixturen. Die Zungen brauchen sich nicht bis Regalen zu beschränken, aber sind als Trompete, Oboen oder Fagotte verfügbar. Die Lautstärke ist an den häuslichen Umständen an zu passen. Es ist als mit der CD des großen Symphonieorchesters, dass man zu Hause belauschen kann, ohne derselben Lautstärke des Konzertsaals ein zu stellen.
Eine zuhause studierende Organist kann sich mit einer Digitalorgel besser auf einem Kirchenkonzert vorbereiten, als mit einem kleinen Hauspfeifenorgel.




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