header 2
bouwthema's
Hohlpfeife
Hohlpfeife 8’ – ein neuer Klang
kern + modellstück
Auffallend bei der neuen Kernform ist die lange Kernkante, womit man das Windband gut im Griff hat. Die Unterseite des Kerns ist flach, wobei der Übergang rechtwinklig auf der Kernkante steht. Die Kernkante darf nicht durch feilen nach innen gebracht werden. Beim Experiementieren lagen zuweilen einige Kernkante nicht optimal in der Ebene. Eine über die Kernkante geleimte Papierschicht (0,1 mm) ergab sofort die gewünschte Klangberichtigung.
In jeder Hausorgel kann man das Register Hohlpfeife 8’ (Gedackt 8’) finden. Der Klang dieses Registers steht im Kontrast zum Prinzipal 8’. Die gedeckten Pfeifen klingen (weiblich) flötig und obertonarm gegenüber dem singenden und obertonreichen (männlichen) Charakter des Prinzipals. Da ein singender Charakter wertvoll für ein Musikinstrument ist, habe ich mir bei dieser Hohlpfeife eine bessere Entwicklung der Obertöne nachgestrebt. Die gewählte Mensur begünstigt den dritten und fünften Oberton und biegt den Klang um nach einem mehr singenden Charakter.
pfeife

Die hier beschriebene Art der Windführung ist verantwortlich für die zurückhaltende Intonation des Grundtons. Die lange Kernkante fordert einen etwas breiteren Kernspalt, dessen Maß nur mit einer Papiereinlage eingestellt wird. Die Dicke sollte mindestens 0,4 mm betragen.

              Der Klang

Der Klangcharakter der Hohlpfeife ist klar und melodiös; die quintigen Vorläufertöne markieren den Toneinsatz deutlich ohne spuckartige Nebengeräusche und sind gleichmäßig bei allen Pfeifen anwesend. Die Artikulation ist hörbar abhängig vom Tastenanschlag. Die Grundtöne im Bassbereich sind noch genügend stark für ihre tragende Funktion, ohne aufdringlich zu sein. Die Mensurlinie ist so eingerichtet, dass sie die Diskanttöne gegenüber die Mittellage leicht hervorhebt, was die Anwendung als einziges Register in einer Orgel sehr gut vertretbar macht. Übrigens, die Lautstärke lässt pro Pfeife mit der Windregelschraube einstellen.

stop
Wichtig für die Anwendung einer neue Bauweise von Pfeifen ist ihre Reproduzierbarkeit: eine Kernkante mit ausreichende Höhe lässt bei allen Pfeifen die quintigen Vorläufertöne auf dieselbe Weise erklingen. Das erforderliche Maß ist nicht kritisch, kann aber am besten etwas mehr betragen als die Aufschnitthöhe. Es darf bei den Pfeifen im Diskant etwas geringer sein und bei jenen Pfeifen im Bass etwas mehr sein. Große Unterschiede habe ich jedoch nicht gefunden. Die unkomplizierte Intonation dieser Pfeifen ist überraschend. Man braucht wirklich nicht anders zu tun, als die Papiereinlage anzubringen. Mit ihrer Dicken, etwa ab 0,4 mm, kann man eine gleichmäßige Tonstärke erzielen. Ohne Probleme klingen alle Pfeifen sofort optimal. Töne mit Nebengeräuschen, der größten Mangel bei gedeckten Pfeifen, treten nicht auf, wenn nur dafür gesorgt wird, dass der Spund perfekt abschließt. Mehr als bei den üblichen gedeckten Pfeifen sollte man auf die Anwendung eines geschmeidigen Stücks Schafsleder achten und dafür kein Ersatzmittel, als Fensterleder oder Wildleder verwenden.
terug naar orgelbouwpagina
pijpopbouw

Aufbau einer Pfeife

1. Holz für Kern - Modellstück - Spund
2. Form des Kerns und Modellstücks
3. Kern und Modell rechte Seite
4. Rückwand und linke Seite
5. Vorderwand
6. Vorderwand mit Oberlabium
7. Vorderwand gegen Pfeife - Papiereinlage
8. Leder rund Spund - Vorschlag
9. Pfeife vollständig

 

bewege die Maus über den Texten